Grüner Landtagsabgeordneter diskutiert Schulwegsicherheit in Unteröwisheim und stellt weitere Zusammenarbeit zum Radverkehr in Aussicht
Wie können Kinder ihren Schulweg sicher und möglichst selbstständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen Kraichtal am 25. September 2026 in Unteröwisheim. Zu Gast war Hermino Katzenstein, Landtagsabgeordneter und Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion für Fuß- und Radverkehr.
Schulwege aus der Perspektive der Kinder
Zum Auftakt führte ein gemeinsamer Spaziergang vom Kulturtreff zum Schulzentrum Eisenhutschule und zurück. Besonders erfreulich war, dass eine Unteröwisheimer Viertklässlerin die Gruppe begleitete, den Weg zeigte und anschaulich von ihren täglichen Erfahrungen berichtete.
Bereits nach wenigen Metern wurden typische Problemstellen sichtbar: schmale oder zugeparkte Gehwege, unübersichtliche Engstellen, eingeschränkte Sichtverhältnisse und schwierige Straßenquerungen. Gerade für Kinder stellen solche Situationen besondere Herausforderungen dar. Aufgrund ihrer Körpergröße können sie beispielsweise nicht über parkende Fahrzeuge hinwegsehen und werden selbst schlechter wahrgenommen.
Konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung
Beim anschließenden Vortrag im Kulturtreff griff Katzenstein die Beobachtungen des Spaziergangs auf. Er hatte sich bereits im Vorfeld intensiv mit den vom Ortsverband zusammengestellten Informationen und Unterlagen beschäftigt und konnte dadurch gezielt auf die örtlichen Gegebenheiten eingehen.
Ein Schwerpunkt waren die vorhandenen Kraichtaler Schulwegepläne. Diese bieten bereits eine wichtige Grundlage, könnten jedoch durch eindeutigere Empfehlungen für sichere Wege und Querungsstellen weiterentwickelt werden. Katzenstein betonte dabei die Bedeutung der Beteiligung von Kindern, die ihre täglichen Schulwege und deren Gefahrenstellen am besten kennen.
Als weitere Möglichkeiten wurden sogenannte Schulstraßen, bei denen der Autoverkehr zu Schulbeginn und Schulende zeitweise eingeschränkt wird, Elternhaltestellen sowie Lauf- und Fahrradbusse vorgestellt. Auch Fußverkehrs-Checks, bei denen Kommunen gemeinsam mit Fachleuten und der Bevölkerung Problemstellen untersuchen, können wertvolle Impulse liefern. Verbesserungen lassen sich dabei teilweise zunächst versuchsweise umsetzen und anschließend bewerten.
Radverkehr: Von Kraichtal nach Bruchsal
Auch das bereits 2020 vom Grünen-Ortsverband vorgestellte Alltagsradwegekonzept wurde aufgegriffen. In der Diskussion ging es insbesondere um die Weiterentwicklung bestehender Radverbindungen und die Möglichkeit sogenannter Radvorrangrouten. Diese bieten einen höheren Qualitätsstandard als gewöhnliche Radwege, ohne die aufwendigen Anforderungen einer Radschnellverbindung erfüllen zu müssen.
Besonders interessant erscheint in diesem Zusammenhang eine verbesserte Radverbindung zwischen Kraichtal und Bruchsal. Nicht immer sind dafür vollständig neue Radwege erforderlich. Auch sichere Querungen, geeignete Verkehrsführungen oder Verbesserungen vorhandener Strecken können entscheidende Fortschritte bringen.
Hermino Katzenstein stellte in Aussicht, für einen weiteren Termin nach Kraichtal zu kommen, um das Thema gemeinsam vor Ort zu vertiefen. Denkbar wäre eine gemeinsame Radtour in Richtung Bruchsal, bei der bestehende Verbindungen untersucht und Möglichkeiten für eine Radvorrangroute konkretisiert werden.
Sichere Mobilität beginnt vor der eigenen Haustür
Die Veranstaltung machte deutlich, dass sichere Schulwege weit mehr bedeuten als die Beseitigung einzelner Gefahrenstellen. Kinder, die ihren Schulweg selbstständig zurücklegen, gewinnen an Selbstvertrauen, entwickeln Verkehrskompetenz und erleben ihre Umgebung gemeinsam mit anderen Kindern.
Was Schulwege sicherer macht, kommt letztlich allen zugute – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Kinderwagen oder mit eingeschränkter Mobilität.
Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Kraichtal bedankt sich herzlich bei Hermino Katzenstein und allen Teilnehmenden, die mit ihren Erfahrungen, ihrer Ortskenntnis und ihren Fragen zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
