Bei der Gemeinderatsitzung am 21.10.2026 stand ein Antrag bezüglich der Mitgliedschaft Kraichtals beim Kraichgau-Stromberg-Tourismus (KST) auf der Tagesordnung.

Die Freien Wähler hatten einen Antrag auf „Austritt der Stadt Kraichtal aus dem Kraichgau-Stromberg-Tourismus zum nächstmöglichen Termin“ eingebracht.

Diesen haben wir abgelehnt.

Das Thema Tourismus begleitet uns schon lange. Bereits 2014 wurde ein „Tourismus-Konzept Kraichtal“ in Auftrag gegeben. Dabei wurden 20 Themenkomplexe erarbeitet, und in der Folge wurde eine Vollzeitstelle für Touristik ausgeschrieben. Schon damals umfasste das Konzept Kraichtaler Betriebe und Organisationen, außerdem die überregionalen Partner KST (Kraichgau-Stromberg-Tourismus e.V.) und den “Wohlfühlland-Verbund“.

Von den einst 26 Kraichtaler Partnerbetrieben gibt es 12 leider nicht mehr, darunter Gaststätten und Besenwirtschaften.

Wir Grünen-Gemeinderäte befürchten, dass ein Austritt aus dem KST nachteilig für die Stadt Kraichtal wäre.

Am Sitzungsabend haben unsere städtische Touristikerin und die Sachgebietsleiterin Marketing & Kommunikation engagiert geschildert, welche Vorteile die Mitgliedschaft im KST hat. Dazu gehören Dinge wie die Vernetzung und Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg oder der finanzielle Vorteil, sich an Sammelbestellungen beteiligen zu können. Mit einem Austritt würde Kraichtal aus einem über Jahrzehnte aufgebauten touristischen Netzwerk herausfallen und in zentralen Vermarktungsstrukturen der Region künftig nicht mehr erwähnt werden.

Der Vergleich mit der Stadt Bruchsal, die ihren Austritt aus dem KST angekündigt hat, ist aus unserer Sicht allein schon durch den Größenunterschied zwischen Kraichtal und Bruchsal nicht möglich.

Wir sprechen uns deshalb für eine kritische Neubewertung der Mitgliedschaft aus. Dies kann der Arbeitskreis Tourismus anhand der von der Verwaltung aufgestellten möglichen Mittelverwendung erarbeiten. Sollte sich herausstellen, dass es tragfähige Alternativen gibt, ist ein Austritt immer noch möglich.

Wir halten derzeit eine Zusammenarbeit mit dem KST e.V. für notwendig, um Etabliertes zu erhalten und Kraichtal weiterhin im Verbund der Touristikmarken zu präsentieren.

Die konkreten Maßnahmen, damit sich Gäste in Kraichtal wohlfühlen und im besten Fall wiederkommen, bleiben Aufgabe der Verwaltung und von uns Bürgerinnen und Bürgern, mit Vereinen, Gastronomen, Landwirten und vielen mehr.

Investitionen in einen Tourismus mit Maß und Ziel bringen nicht nur unseren Gästen, sondern auch uns Einwohnerinnen und Einwohnern einen Mehrwert.